Insights · Branding

Warum so viele Websites gleich aussehen

Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht am

Raster identischer grauer Briefkästen, in der Mitte ein kobaltblauer mit der roten Aufschrift Eigen.

Weil sie aus denselben Zutaten gebaut werden: denselben Vorlagen, denselben Stockfotos, denselben Formulierungen. Seit Kurzem kommt KI dazu, die aus Millionen bestehender Websites den wahrscheinlichsten Entwurf errechnet, also den Durchschnitt. Für Kunden hat das eine einfache Folge: Wenn drei Anbieter gleich aussehen und gleich klingen, entscheidet am Ende der Preis.

Machen Sie einen kleinen Test. Öffnen Sie die Websites von drei Mitbewerbern und verdecken Sie das Logo. Wenn Sie nicht mehr sagen können, welche Seite zu wem gehört, haben Sie das Problem gefunden. Und wenn es bei Ihrer eigenen Website genauso ist, auch.

Woher kommt die Gleichförmigkeit?

Ein Teil kommt aus guten Gründen. Über die Jahre haben sich Konventionen gebildet, die Besuchern die Orientierung erleichtern: Logo links oben, Menü oben, Kontakt rechts, ein großes Bild am Anfang. Wer davon abweicht, muss einen Grund haben.

Der größere Teil kommt aus Bequemlichkeit. Website-Vorlagen werden zehntausendfach verkauft. Stockfoto-Plattformen liefern dasselbe lachende Team am Laptop an Steuerberater, Versicherungen und Softwarefirmen. Texte werden von der Konkurrenz abgeschrieben, weil die ja auch funktioniert.

KI verstärkt all das. Ein Sprachmodell schreibt, was in ähnlichen Texten am häufigsten vorkommt. Ein Website-Generator baut, was am häufigsten gebaut wurde. Das Ergebnis ist solide und vollkommen austauschbar.

Woran man eine austauschbare Website erkennt

  • Die Überschrift auf der Startseite könnte über jedem Unternehmen der Branche stehen. „Ihr Partner für …“, „Qualität, die überzeugt“, „Maßgeschneiderte Lösungen“.
  • Die Fotos zeigen Menschen, die nicht bei Ihnen arbeiten, in Räumen, die nicht Ihre sind.
  • Drei Kästchen mit Icons erklären, dass Sie kompetent, zuverlässig und kundenorientiert sind.
  • Es steht nirgends eine Zahl, ein Name, ein Ort oder ein Preis.
  • Typische KI-Formulierungen wie „In der heutigen schnelllebigen Welt“ oder „ganzheitlicher Ansatz“ tauchen auf.
Abgegriffenes Stockfoto eines Handschlags auf einem halb überklebten Plakat
Konzeptmockup: Das Bild, das jeder schon hundertmal gesehen hat, erzählt nichts über Sie.

Gleich ist nicht immer schlecht

Unverwechselbar heißt nicht, dass alles anders sein muss. Ein Menü, das man suchen muss, oder ein Kontaktformular an überraschender Stelle hilft niemandem. Die Bedienung darf vertraut sein. Unterscheiden sollten sich Inhalt, Bildsprache, Ton und Gestaltung, also alles, woran man ein Unternehmen wiedererkennt.

Was eine Website unverwechselbar macht

Eigene Fotos. Nichts wirkt so stark wie echte Bilder von Ihren Räumen, Ihrem Team und Ihrer Arbeit. Ein halber Tag mit einer guten Fotografin bringt mehr als jedes Stockfoto-Abo.

Konkrete Sprache. Zahlen, Namen, Orte, Abläufe. „Wir haben seit 2009 über 400 Dachstühle in Niederösterreich saniert“ ist ein Satz, den kein Mitbewerber übernehmen kann. „Qualität seit vielen Jahren“ schon.

Ein Corporate Design mit Charakter. Eine eigene Schrift, eine eigene Farbe, eine Form, die immer wiederkommt. Wie das entsteht, steht im Artikel Wie ein Corporate Design entsteht und was es kostet.

Eine gestalterische Idee. Manchmal ist es ein ungewöhnliches Raster, manchmal eine Animation, die zum Produkt passt, manchmal eine 3D-Szene, die ein Produkt greifbar macht, manchmal eine Haltung im Text. Eine Idee, die nur bei diesem Unternehmen Sinn ergibt, ist das stärkste Mittel gegen Austauschbarkeit. Animation und Motion Design oder 3D im Web können dabei helfen, wenn sie etwas erklären und nicht nur dekorieren.

Referenzen mit Details. Nicht „zufriedene Kunden“, sondern wer, was, wann und mit welchem Ergebnis.

Und wenn das Budget klein ist?

Dann in dieser Reihenfolge: zuerst eigene Fotos, dann konkrete Texte, dann die Gestaltung. Eine einfache Website mit echten Bildern und klaren Aussagen hebt sich mehr ab als ein aufwendiges Design mit Stockfotos und Floskeln. Was eine Website in den verschiedenen Ausbaustufen kostet, steht im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?

Häufige Fragen

Woran erkennt man KI-generiertes Webdesign?

Oft an der Kombination aus generischen Überschriften, gleichförmigen Abschnitten mit Icons, beliebigen Farbverläufen und Bildern ohne Bezug zum Unternehmen. Einzeln ist nichts davon ein Beweis, zusammen ergibt es den typischen Eindruck von „schon hundertmal gesehen“.

Ist eine Website-Vorlage grundsätzlich schlecht?

Nein. Für einen Start mit kleinem Budget ist eine Vorlage vernünftig. Mit eigenen Fotos, eigenen Texten und angepassten Farben und Schriften lässt sich auch aus einer Vorlage ein eigenständiger Auftritt machen.

Was kostet ein individuelles Design?

Eine individuell gestaltete Website beginnt bei uns bei etwa 3.000 Euro, ein Corporate Design mit Logo, Farben und Schriften bei etwa 1.500 Euro.

Wie sorgt mowa.studio dafür, dass eine Website nicht austauschbar wird?

Wir starten jedes Projekt mit der Frage, was das Unternehmen von seinen Mitbewerbern unterscheidet, und gestalten von dort aus. Vorlagen verwenden wir nicht. Schrift, Farbe, Bildsprache und Bewegung entstehen für jedes Projekt neu.

Über mowa.studio

mowa.studio ist ein inhabergeführtes Studio für Webdesign, Branding und Animation in Wien, spezialisiert auf 3D im Web mit WebGL und Three.js. Seit 2016 sind über 100 Websites und mehr als 100 Markenidentitäten für Unternehmen im DACH-Raum entstanden, unter anderem für ÖBB, Ärzte am Augarten und Eurea Real Estate. Projekte ansehen

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