Insights · Sichtbarkeit
Klickt noch jemand, wenn Google selbst antwortet?
Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht am

Ja, aber spürbar weniger. Wenn Google über den Ergebnissen eine KI-Zusammenfassung zeigt, klicken Nutzer laut einer Auswertung des Pew Research Center nur in 8 Prozent der Fälle auf ein klassisches Suchergebnis, ohne Zusammenfassung in 15 Prozent. Getroffen werden vor allem Fragen, die sich in zwei Sätzen beantworten lassen. Wer eine Ärztin, eine Kanzlei oder einen Handwerksbetrieb sucht, klickt weiterhin, weil er am Ende jemanden kontaktieren will.
Viele Unternehmen merken die Veränderung zuerst in der Google Search Console: Die Seite wird so oft angezeigt wie früher oder sogar öfter, aber weniger Menschen klicken. Das ist kein Fehler der Website, sondern eine Folge davon, dass Google die Antwort selbst liefert.
Was sind AI Overviews und der KI-Modus?
AI Overviews sind die KI-Zusammenfassungen, die Google bei vielen Suchanfragen über den normalen Ergebnissen einblendet. Sie fassen zusammen, was auf mehreren Websites steht, und verlinken einige davon als Quelle.
Der KI-Modus geht einen Schritt weiter. Er ist ein eigener Bereich der Suche, in dem man wie in einem Chat Fragen stellt und nachfragt. Google hat ihn im Oktober 2025 auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz eingeführt. Die Quellen stehen dort am Rand, und laut Pew werden die Links in einer KI-Zusammenfassung in nur rund einem Prozent der Fälle angeklickt.
Wie stark sinken die Klicks wirklich?
Die Zahlen unterscheiden sich je nach Studie, die Richtung ist aber überall dieselbe:
- Pew Research Center (USA, Juli 2025): 8 statt 15 Prozent Klicks auf klassische Ergebnisse, wenn eine KI-Zusammenfassung erscheint. Außerdem wurde die Suche in 26 Prozent der Fälle direkt beendet, ohne Zusammenfassung in 16 Prozent.
- Sistrix (Deutschland, Februar 2026): Laut Berichten über die Auswertung sinkt die Klickrate auf Position 1 von rund 27 auf 11 Prozent, sobald ein AI Overview erscheint. Hochgerechnet gehen deutschen Websites damit rund 265 Millionen Klicks pro Monat verloren.
Google hält beide Studien für methodisch fehlerhaft und betont, dass die Klicks aus KI-Antworten von höherer Qualität seien. Wie stark die eigene Website betroffen ist, lässt sich unabhängig davon in der Search Console nachprüfen.

Welche Websites verlieren am meisten?
Am stärksten betroffen sind Seiten, deren Inhalt die Antwort selbst ist: Lexika, Ratgeber, Rezepte, Definitionen, allgemeine Gesundheitsinformationen. Fragen wie „Was ist ein Bandscheibenvorfall?“ oder „Wie lange dauert eine Grundbucheintragung?“ beantwortet Google inzwischen direkt. Websites, die von Werbeeinnahmen pro Besuch leben, trifft das besonders hart.
Deutlich weniger betroffen sind:
- Suchen nach einem Unternehmensnamen, etwa „mowa studio“ oder „Ärzte am Augarten“.
- Lokale Suchen mit Kartenergebnis, etwa „Physiotherapie 1090“.
- Suchen mit Kauf- oder Kontaktabsicht, bei denen am Ende ein Anbieter gewählt wird.
Was bedeutet das für eine Unternehmenswebsite?
Für die meisten Unternehmenswebsites kam der wertvolle Verkehr nie aus Allgemeinwissen. Wer Blogartikel nur geschrieben hat, um bei „Was ist …“ zu ranken, verliert diese Besucher jetzt. Die waren allerdings selten Kunden.
Die Rolle der Website verschiebt sich. Wer heute auf Ihrer Seite landet, hat die Grundfrage oft schon mit einer KI geklärt und kommt mit einer konkreteren Absicht: Ist das der richtige Anbieter, was kostet es, wie läuft es ab, wie erreiche ich jemanden? Die Website muss diese Fragen schneller beantworten als früher, weil die Geduld nicht größer geworden ist.
Was Sie jetzt tun können
- Search Console prüfen. Vergleichen Sie für Ihre wichtigsten Seiten Impressionen und Klicks über die letzten zwölf Monate. So sehen Sie, welche Inhalte betroffen sind und welche nicht.
- Keine reinen Definitionsartikel mehr schreiben. Was jede KI zusammenfassen kann, bringt kaum noch Besucher. Eigene Erfahrung, konkrete Zahlen, Beispiele aus der Praxis kann sie nicht ersetzen.
- In den Antworten vorkommen. Wer in der KI-Antwort als Quelle oder Empfehlung genannt wird, bleibt sichtbar. Wie das geht, steht im Artikel Wie man in ChatGPT als Empfehlung auftaucht.
- Das Google-Unternehmensprofil pflegen. Bei lokalen Suchen steht es oft über allem anderen.
- Die Marke bekannter machen. Suchen nach Ihrem Namen sind am wenigsten betroffen. Empfehlungen, Presse und Social Media zahlen darauf ein.
- Die Seiten verbessern, auf denen Entscheidungen fallen. Leistungen, Preise, Referenzen, Kontakt. Weniger Besucher vertragen keine Seite, die sie im letzten Schritt verliert.
Häufige Fragen
Kann man verhindern, dass Google die eigene Website für KI-Antworten nutzt?
Teilweise. Google nennt dafür die Angaben nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex. Sie schränken aber auch die Darstellung in den normalen Suchergebnissen ein. Für die meisten Unternehmen ist es sinnvoller, in den KI-Antworten genannt zu werden, als darin zu fehlen.
Ist SEO jetzt sinnlos?
Nein. KI-Antworten stützen sich auf Websites, die Google gut findet und versteht. Die Grundlagen bleiben dieselben, nur die Ziele verschieben sich von möglichst vielen Besuchern zu den richtigen.
Werden die Klicks wieder steigen?
Das weiß niemand. Google baut die KI-Funktionen eher aus als zurück. Wir planen deshalb mit weniger, aber gezielteren Besuchern aus der Suche.
Kann mowa.studio prüfen, wie stark meine Website betroffen ist?
Ja. Wir werten mit Ihnen die Search Console aus, sehen uns an, welche Seiten Klicks verlieren, und schlagen vor, welche Inhalte sich lohnen und welche nicht.