Insights · Planung
Reicht Instagram statt einer eigenen Website?
Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht am

Als Schaufenster ja, als Fundament nein. Instagram ist ein guter Kanal, um gesehen zu werden, aber das Konto gehört Meta. Es kann ohne Vorwarnung gesperrt werden, wer Ihre Beiträge sieht, entscheidet ein Algorithmus, und auf die Fragen, die Kunden vor einer Anfrage haben, gibt ein Feed nur schlecht Antwort. Eine eigene Website mit eigener Domain ist der Teil Ihres Auftritts, den Ihnen niemand wegnehmen kann.
Gerade in der Gastronomie, bei Beauty, Mode, Fotografie oder Handwerk starten viele Unternehmen nur mit Instagram. Das ist verständlich: Es kostet nichts, die Kundschaft ist schon dort, und ein gutes Foto verkauft mehr als jeder Text. Solange alles läuft, fehlt nichts. Das Problem zeigt sich erst, wenn es nicht mehr läuft.
Was spricht für Instagram?
Eine ganze Menge. Instagram ist kostenlos, schnell und für visuelle Branchen oft der Ort, an dem neue Kunden ein Unternehmen zum ersten Mal sehen. Man kann direkt mit Menschen in Kontakt kommen, Stammkunden halten sich auf dem Laufenden, und eine Nachricht ist niederschwelliger als eine E-Mail. Wer gute Inhalte hat, sollte Instagram nutzen.
Die Frage ist nicht, ob Instagram sinnvoll ist, sondern ob es allein reicht.
Was passiert, wenn das Konto gesperrt wird?
Dann ist alles weg, oft von einem Tag auf den anderen: Follower, Beiträge, Nachrichten, Kontakte. Im Sommer 2025 berichteten weltweit zahlreiche Nutzer, dass ihre Konten auf Instagram und Facebook gesperrt wurden, ohne dass sie gegen Regeln verstoßen hätten, darunter viele kleine Unternehmen. Betroffene machten die automatische Moderation verantwortlich. 2026 berichtete die New York Times über Geschäftskonten, die zu Unrecht gelöscht und erst nach Nachfrage der Journalisten wiederhergestellt wurden. Meta sagt, die neuen automatischen Werkzeuge machten weniger Fehler als menschliche Prüfer.
Unabhängig davon, wie häufig solche Fehler sind: Sie haben mit Meta keinen Vertrag, der Ihnen das Konto garantiert, und keinen Ansprechpartner, wenn etwas schiefgeht. Dazu kommen gehackte Konten, bei denen Fremde das Profil übernehmen. Wer sein Geschäft nur auf Instagram aufgebaut hat, steht dann ohne Adresse da.

Wer sieht Ihre Beiträge überhaupt?
Follower sind nicht gleich Reichweite. Welcher Beitrag wem angezeigt wird, entscheidet der Algorithmus, und der ändert sich regelmäßig. Ein Beitrag lebt ein, zwei Tage, danach findet ihn kaum jemand wieder. Die Preisliste, die Sie im März gepostet haben, ist im Juni irgendwo im Feed verschwunden.
Eine Website funktioniert umgekehrt: Die Informationen bleiben, wo sie sind, und jemand, der sie sucht, findet sie, heute und in einem Jahr.
Was Google und ChatGPT über Sie wissen
Seit Sommer 2025 lässt Instagram öffentliche Beiträge von Business-Konten von Google erfassen. Eine Bildunterschrift beantwortet aber selten die Fragen, mit denen Menschen suchen: Was kostet es, wo sind Sie, wann haben Sie geöffnet, wie läuft ein Termin ab? KI-Systeme wie ChatGPT oder Googles AI Overviews brauchen genau diese Antworten in Textform, um ein Unternehmen zu empfehlen. Wie das funktioniert, steht im Artikel Wie man in ChatGPT als Empfehlung auftaucht.
Dazu kommt Vertrauen. Viele Menschen prüfen vor einer Anfrage, ob es ein Unternehmen wirklich gibt. Eine eigene Website mit Impressum, Adresse und einer E-Mail-Adresse auf der eigenen Domain wirkt seriöser als eine Gmail-Adresse im Profil.
Wie viel Website braucht man mindestens?
Weniger, als viele denken. Eine gute Basis hat:
- eine eigene Domain und eine E-Mail-Adresse auf dieser Domain,
- Ihre Leistungen mit Preisen oder zumindest einem Preisrahmen,
- Adresse, Öffnungszeiten und einen klaren Weg zur Kontaktaufnahme,
- ein paar echte Fotos, gern dieselben wie auf Instagram,
- Impressum und Datenschutzerklärung,
- einen Link zu Ihrem Instagram-Profil.
Dazu ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Und ein Gedanke für den Ernstfall: Wenn Sie Ihre Stammkunden auch per E-Mail oder Telefon erreichen können, sind Sie nicht von einer Plattform abhängig.
Website und Instagram zusammen
Am besten funktioniert die Arbeitsteilung. Instagram sorgt für Aufmerksamkeit, die Website für die Entscheidung. Der Link im Profil sollte deshalb nicht nur auf die Startseite zeigen, sondern dorthin, wo man buchen, bestellen oder anfragen kann.
Einen Instagram-Feed in die Website einzubinden, sieht verlockend aus, überträgt aber Daten der Besucher an Meta und braucht deshalb in der Regel eine Einwilligung im Cookie-Banner. Ein Link zum Profil ist einfacher und rechtlich unkompliziert.
Häufige Fragen
Brauche ich auf Instagram ein Impressum?
Ja, wenn Sie das Profil geschäftlich nutzen. In Österreich gelten die Informationspflichten nach dem E-Commerce-Gesetz und die Offenlegung nach dem Mediengesetz auch für Social-Media-Profile. Üblich ist ein Link im Profil auf das Impressum der Website. Details stehen im Artikel Impressum, Datenschutz und Cookies in Österreich.
Kann ich ein gesperrtes Instagram-Konto zurückbekommen?
Manchmal. Instagram bietet einen Einspruch direkt in der App an, mit Meta Verified gibt es zusätzlich einen Support-Kontakt. Eine Garantie gibt es nicht, und die Bearbeitung kann Wochen dauern.
Was kostet eine einfache Website?
Ein Baukasten kostet zwischen 0 und 50 Euro im Monat, wenn Sie selbst bauen. Eine individuell gestaltete Website beginnt bei uns bei etwa 3.000 Euro. Mehr im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?
Baut mowa.studio auch kleine Websites?
Ja. Unsere kleinsten Websites haben fünf bis sieben Seiten, sind in zwei bis drei Wochen fertig und lassen sich später erweitern.