Insights · Planung
Brauchen wir eine Landingpage oder reicht die Website?
Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht im · Aktualisiert im

Eine Anzeige verspricht eine bestimmte Leistung. Der Klick führt auf die Startseite, wo man zuerst zwischen fünf Geschäftsbereichen wählen soll. Das Angebot ist irgendwo vorhanden, aber der Besucher muss es noch einmal suchen. Für genau diese Situation kann eine Landingpage sinnvoll sein.
Eine Landingpage beantwortet eine klar umrissene Erwartung und führt zu einem passenden nächsten Schritt. Sie kann eine eigene Kampagnenseite sein oder eine bereits vorhandene Leistungsseite. Eine zusätzliche URL ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, ob Inhalt und Einstieg zusammenpassen.
Landingpage ist zunächst eine Funktion
Im Wortsinn ist jede Seite, auf der jemand einsteigt, eine Landingpage. Im Marketing meint man damit meist eine Seite für ein konkretes Angebot, eine Kampagne oder eine Zielgruppe.
Die Startseite hat eine breitere Aufgabe. Sie soll das Unternehmen einordnen, Vertrauen aufbauen und den Weg zu verschiedenen Bereichen öffnen. Eine Leistungsseite erklärt ein dauerhaftes Angebot. Eine Kampagnenseite kann sich enger auf einen bestimmten Anlass konzentrieren, etwa eine Veranstaltung, eine Produktneuheit oder den Verkaufsstart eines Immobilienprojekts.
Diese Unterscheidung hilft bei der Planung. Wenn eine vorhandene Leistungsseite die Frage bereits gut beantwortet, muss man sie nicht für jede Kampagne duplizieren. Fehlen ihr dagegen die konkreten Informationen zum Anlass, ist eine ergänzende Seite häufig übersichtlicher als ein überladener Startseitenabschnitt.
Wann eine eigene Seite sinnvoll ist
Stellen wir uns einen Bauträger vor, der ein neues Wohnprojekt vorstellt. Ein Interessent möchte Lage, Wohnungsgrößen, Verfügbarkeit und den Weg zu einer Besichtigung sehen. Die Unternehmensgeschichte ist relevant, aber vermutlich nicht die erste Frage nach dem Klick.
Eine Projektseite kann diese Reihenfolge abbilden und trotzdem zur Hauptwebsite gehören. Ähnlich funktioniert eine Seite für eine klar umrissene Dienstleistung: Sie erklärt, für wen das Angebot gedacht ist, welchen Umfang es hat und welche Informationen für eine Anfrage gebraucht werden.
Eine eigene Seite lohnt sich besonders, wenn es ein eigenes Motiv, einen abgegrenzten Inhalt und ein konkretes Ziel gibt. Nur den Ortsnamen oder zwei Begriffe auszutauschen, schafft diese Eigenständigkeit noch nicht. Solche Varianten verursachen Pflegeaufwand, ohne Besuchern viel zusätzlich zu erklären.
Die erste Bildschirmansicht muss das Versprechen einlösen
Wer auf „Beratung zur Sanierung eines Altbaus“ klickt, sollte auf der Zielseite erkennen, dass er richtig ist. Dafür müssen Überschrift, Bild und erste Erklärung zusammenpassen. Eine kreative Formulierung darf die eigentliche Leistung nicht verstecken.
Google nennt bei der Erfahrung mit Landingpages unter anderem Relevanz, hilfreiche Informationen, Navigation und die Erwartung aus der Anzeige. Diese Erfahrung ist einer von mehreren Faktoren des Qualitätsfaktors. Daraus folgt weder eine garantierte Anzeigenposition noch eine bestimmte Zahl an Anfragen.
Für die Gestaltung ist der Gedanke trotzdem nützlich: Man kann den Einstieg als Übergabe betrachten. Die Anzeige oder der Link stellt eine Erwartung her, die Seite führt sie weiter. Wenn beides unterschiedliche Begriffe, Bilder oder Angebote verwendet, muss der Besucher die Verbindung selbst herstellen.

Welche Inhalte braucht eine gute Landingpage?
Es gibt keine sinnvolle Einheitslänge. Eine einfache Terminbuchung braucht andere Informationen als ein hochpreisiges Gestaltungsprojekt. Wir würden den Aufbau aus den Fragen ableiten, die vor der Entscheidung offen sind.
- Worum geht es genau? Leistung, Produkt oder Anlass verständlich benennen.
- Für wen passt es? Rahmenbedingungen und gegebenenfalls Grenzen erklären.
- Warum diesem Anbieter vertrauen? Passende Arbeiten, konkrete Details oder überprüfbare Erfahrungen zeigen.
- Wie geht es weiter? Den Ablauf nach einer Anfrage beschreiben.
- Was muss ich jetzt tun? Eine eindeutige Handlung anbieten und die nötigen Angaben erklären.
Bei einem Premium-Angebot ist der dritte Punkt besonders wichtig. Ein schönes Bild erzeugt Interesse; eine passende Referenz zeigt, ob jemand die Aufgabe versteht. Auf einer Website für Architektur können Grundrisse und Projektdetails helfen. Bei einer individuellen Website eher Beispiele für Gestaltung, Umsetzung und Zusammenarbeit.
Der Artikel über Premium-Webdesign geht darauf näher ein. Eine Landingpage muss dabei nicht weniger anspruchsvoll aussehen als der restliche Auftritt. Sie braucht lediglich eine klarere Auswahl dessen, was auf dieser Seite vorkommt.
Muss die Navigation verschwinden?
Nicht automatisch. Ein reduziertes Menü kann eine kurze Kampagnenseite ruhiger machen. Bei einer größeren Investition möchten Menschen aber häufig Referenzen, das Team oder weitere Leistungen ansehen, bevor sie Kontakt aufnehmen.
Wenn diese Informationen schwer erreichbar sind, verliert die Seite womöglich Vertrauen. Deshalb würden wir zuerst prüfen, welche Wege zur Entscheidung beitragen. Ein Link zu einer relevanten Arbeit kann wertvoller sein als die konsequente Entfernung jedes Ausgangs.
Dasselbe gilt für Formulare. Wenige Felder senken den Aufwand, reichen aber nicht immer für eine sinnvolle Bearbeitung. Die richtige Frage lautet: Welche Angaben brauchen wir jetzt wirklich, und welche können wir im Gespräch klären? Pflichtfelder ohne erkennbaren Nutzen sollte man streichen.
Soll die Landingpage bei Google gefunden werden?
Das hängt von ihrem Inhalt ab. Eine dauerhaft hilfreiche Seite mit eigenständigem Angebot kann Teil der normalen Website-Struktur sein und intern verlinkt werden. Eine kurzlebige Kampagnenvariante, die fast alles aus einer bestehenden Seite wiederholt, braucht eine andere Entscheidung zur Indexierung.
Das sollte vor der Veröffentlichung feststehen. Canonicals und Indexierungsangaben sind keine nachträgliche Dekoration; sie müssen zur tatsächlichen Rolle der Seite passen. Ebenso braucht eine zeitlich begrenzte Aktion einen Plan für das Ende. Ein alter Link sollte nicht monatelang eine abgelaufene Zusage zeigen.
Für dauerhaft gesuchte Leistungen ist oft eine gut ausgearbeitete Leistungsseite der richtige Ausgangspunkt. Neue Ratgeber können konkrete Vorfragen beantworten und dorthin verweisen. So ergänzen sich Inhalte, statt mehrere nahezu identische Seiten für dieselbe Suchabsicht aufzubauen.
Erfolg heißt mehr als ein geklickter Button
Vor dem Start sollte feststehen, welche Handlung zählt: eine abgeschickte Anfrage, eine bestätigte Buchung oder ein anderer sinnvoller Abschluss. Ein Klick auf „Kontakt“ ist ein Zwischenschritt. Er sagt noch nicht, ob die Nachricht angekommen ist oder zum Angebot passt.
Für einen Vergleich braucht man außerdem Kontext: Woher kommen Besucher, welches Versprechen haben sie gesehen, funktioniert das Formular am Smartphone? Bei wenig Traffic bringen ständig wechselnde Überschriften kaum belastbare Erkenntnisse. Dann sind verständliche Inhalte, technische Prüfung und Rückmeldungen echter Interessenten zunächst hilfreicher.
Wir gestalten solche Seiten im Rahmen unseres Webdesigns. Für ein erstes Briefing reichen das konkrete Angebot, der geplante Einstieg und die gewünschte Handlung. Danach lässt sich entscheiden, ob die bestehende Website bereits den richtigen Platz dafür hat oder eine zusätzliche Seite gebraucht wird.