Insights · Technik
WordPress oder Next.js für eine hochwertige Unternehmenswebsite?
Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht im

Für die meisten Unternehmenswebsites entscheidet nicht die Technik, sondern die Frage, wer die Inhalte pflegt und was die Website können muss. WordPress passt, wenn viele Personen Inhalte bearbeiten, ein Shop mit WooCommerce dazukommt oder die Website von vielen Dienstleistern betreut werden können soll. Next.js mit einem Headless-CMS wie Sanity passt, wenn Gestaltung, Animation und 3D frei sein sollen und die Website mit anderen Systemen zusammenspielt. Beide brauchen laufende Wartung, nur eine andere.
Wir arbeiten mit beiden. Welche Systeme sonst in Frage kommen, etwa Wix oder Webflow, vergleichen wir im Artikel WordPress, Wix, Webflow oder selbst entwickelt?
Was WordPress und Next.js eigentlich sind
WordPress ist ein Content-Management-System: Redaktion, Datenbank und Website in einem. Es läuft mit PHP, ist freie Software unter der GPL und laut W3Techs auf rund 40 Prozent aller Websites im Einsatz (Stand Oktober 2026). Seiten entstehen im Block-Editor aus Absätzen, Bildern und Galerien, Erweiterungen kommen über Plugins.
Next.js ist kein CMS, sondern ein Framework, mit dem Entwickler Websites und Web-Anwendungen auf Basis von React bauen. Es ist Open Source unter der MIT-Lizenz und laut W3Techs auf 3,7 Prozent aller Websites im Einsatz, ein Jahr zuvor waren es 1,9 Prozent. Die Inhalte kommen meist aus einem eigenen CMS wie Sanity, das getrennt von der Website läuft. Das nennt man „headless“: Die Redaktion hat keinen eigenen „Kopf“, also keine eigene Darstellung, sondern liefert Inhalte an die Website.
Wie Ihr Team Inhalte pflegt
Bei WordPress bearbeitet die Redaktion Seiten direkt im System, meist mit einer Vorschau, die der fertigen Seite nahekommt. Das ist vielen Teams vertraut, und es gibt viele Anbieter, die WordPress betreuen können.
Bei Next.js mit Sanity pflegt das Team Inhalte im Sanity Studio. Mit der Funktion Visual Editing klicken Redakteure in einer Live-Vorschau auf ein Element und landen direkt im passenden Eingabefeld. Was bearbeitbar ist, legen wir beim Aufbau fest. Das schützt die Gestaltung, heißt aber auch: Ein ganz neuer Seitentyp braucht Entwicklung.
Gestaltung, Ladezeit und Auffindbarkeit
Wo Next.js seine Stärke hat, ist die Freiheit: eigene Animationen, 3D mit Three.js, Seiten, die sich wie eine Anwendung verhalten. WordPress kann das auch, aber je eigenständiger die Gestaltung, desto mehr arbeitet man gegen Theme und Plugins statt mit ihnen.
Bei der Ladezeit entscheidet die Umsetzung mehr als das System. Laut Web Almanac 2025 erreichen 45 Prozent der mobilen WordPress-Seiten gute Werte bei den Core Web Vitals. Eine vergleichbare Zahl für Next.js gibt es nicht. Next.js bringt Werkzeuge wie automatisch optimierte Bilder mit, WordPress erreicht gute Werte mit schlankem Theme, wenigen Plugins und gutem Hosting.
Für Google und KI-Assistenten zählt, dass jede Seite als fertiges HTML ausgeliefert wird. WordPress erzeugt HTML ohnehin auf dem Server. Next.js kann Seiten auf dem Server oder beim Bauen als HTML erzeugen, wenn es so eingerichtet ist. Google empfiehlt das ausdrücklich, weil nicht jeder Crawler JavaScript ausführt. Warum das für KI-Antworten wichtig ist, steht im Artikel Wie man in ChatGPT als Empfehlung auftaucht.
Sicherheit: andere Wartung, nicht keine Wartung
Bei WordPress liegt das größte Risiko in Plugins und veralteten PHP-Versionen. Im Juli 2026 schloss WordPress mit Version 7.0.2 eine kritische Lücke im Kern und spielte das Update automatisch ein. Was bei PHP gerade zu tun ist, beschreibt unser Artikel PHP2Shell: Ist Ihre Website betroffen?
Next.js hat keine Plugin-Landschaft, weil das CMS getrennt läuft, aber es hatte selbst kritische Lücken. Die Lücke „React2Shell“ vom Dezember 2025 wurde mit der Höchstbewertung 10,0 eingestuft und ließ sich laut Hersteller nur durch ein Update beheben. Im Oktober 2026 folgte eine kritische Lücke in der Bildoptimierung. Wer Next.js auf einem eigenen Server betreibt, muss außerdem Node.js aktuell halten.
Für beide gilt deshalb: Updates, Backups und jemand, der Sicherheitsmeldungen verfolgt. Das ist Teil unserer Wartung.
Was es kostet
Bei uns liegt eine Website mit CMS in beiden Varianten typischerweise bei 4.000 bis 8.000 Euro netto, ein High-End-Auftritt mit individuellem Code und Animation bei 8.000 bis 20.000 Euro und mehr. Den Unterschied machen Umfang und Gestaltung, nicht das System. Mehr dazu im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?
Unterschiedlich sind die laufenden Kosten:
- WordPress: Hosting meist 5 bis 50 Euro im Monat, dazu Wartung, bei uns ab etwa 40 Euro im Monat. Manche Plugins kosten jährliche Lizenzen.
- Next.js mit Sanity: Sanity ist laut Preisseite für bis zu 20 Personen und 10.000 Dokumente kostenlos, darüber kostet es 15 US-Dollar pro Person und Monat. Hosting bei Vercel kostet für kommerzielle Websites ab 20 US-Dollar im Monat, der kostenlose Tarif ist nur für private Projekte gedacht. Alle Preise zuzüglich Umsatzsteuer, Stand Oktober 2026. Next.js lässt sich auch auf einem eigenen Server in Europa betreiben.
Vergleichen Sie am besten die Kosten über drei Jahre, inklusive Wartung.
Datenschutz und Serverstandort
WordPress läuft dort, wo Sie es hosten, etwa bei einem Anbieter in Österreich. Bei Vercel laufen Server-Funktionen standardmäßig in den USA. Die Region lässt sich in den Projekteinstellungen ändern, das sollte man vor dem Start tun. Sanity gibt an, sein Backend in einer EU-Region zu betreiben. Welche Dienste eine Website nutzt, muss in jedem Fall in der Datenschutzerklärung stehen.
Wann was passt
| Ihre Situation | Eher WordPress | Eher Next.js mit Headless-CMS |
|---|---|---|
| Viele Personen pflegen Inhalte | ✓ | mit festgelegten Bausteinen |
| Online-Shop mit Standardfunktionen | ✓ mit WooCommerce | mit angebundenem Shop-System |
| Eigenständige Gestaltung, Animation, 3D | möglich, aber mühsamer | ✓ |
| Daten aus anderen Systemen (Schnittstellen) | über Plugins oder Eigenentwicklung | ✓ |
| Viele Dienstleister sollen übernehmen können | ✓ | braucht Entwicklerkenntnis |
Es gibt auch den Mittelweg: WordPress als Redaktion und Next.js als Website. WordPress liefert die Inhalte dann über seine Schnittstelle, die REST API. Das lohnt sich vor allem, wenn ein Team WordPress kennt, die Website aber gestalterisch frei sein soll.
Welche Variante zu Ihrem Projekt passt, klären wir im Erstgespräch. Wie wir entwickeln, zeigt unsere Seite Webentwicklung Wien.
Häufige Fragen
Ist Next.js besser für SEO als WordPress?
Nicht automatisch. Beide können jede Seite als fertiges HTML mit Seitentitel, Beschreibung und strukturierten Daten ausliefern. Entscheidend sind Inhalte, Ladezeit und eine saubere Umsetzung. Bei Next.js muss das serverseitige Erzeugen der Seiten bewusst eingerichtet sein.
Was bedeutet „headless“ bei einem CMS?
Die Redaktion läuft getrennt von der Website. Das CMS speichert Texte, Bilder und Daten und gibt sie über eine Schnittstelle an die Website weiter, die selbst gestaltet und programmiert ist. Dieselben Inhalte können so auch in einer App oder auf einem Bildschirm im Geschäft erscheinen.
Kann man WordPress und Next.js kombinieren?
Ja. WordPress dient dann nur als Redaktion, die Website selbst ist mit Next.js gebaut und holt die Inhalte über die REST API von WordPress. Das verbindet eine vertraute Redaktion mit freier Gestaltung, bringt aber zwei Systeme, die gewartet werden müssen.
Ist WordPress nach den Sicherheitslücken 2026 noch sicher genug?
Ja, wenn es gepflegt wird: aktuelle WordPress- und PHP-Version, wenige, gepflegte Plugins, Backups und jemand, der Sicherheitsmeldungen verfolgt. Die meisten Schwachstellen stecken in Plugins, nicht im Kern: Laut Patchstack betrafen 91 Prozent der 2025 gemeldeten Lücken im WordPress-Umfeld Plugins.