Insights · Technik
WordPress, Wix, Webflow oder selbst entwickelt?
Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht am

Welches System zu einer Website passt, hängt vor allem an drei Fragen: Wer pflegt die Inhalte, wie stark soll sich der Auftritt abheben, und wie wichtig sind Ladezeit und Unabhängigkeit vom Anbieter? Für eine kleine, selten geänderte Website reicht oft ein Baukasten wie Wix. WordPress passt zu inhaltsreichen Seiten mit vielen Erweiterungen, Webflow zu Teams mit Designfokus, eine individuelle Entwicklung zu Marken mit hohen Ansprüchen an Gestaltung und Geschwindigkeit.
Wir bauen mit allen vier Varianten. Für Dr. Jeschko Polster haben wir eine Wix-Website umgesetzt, für Easydrinkx einen individuellen Onlineshop mit Abosystem, für Makler WordPress- und Headless-Lösungen mit Schnittstellen. Eine Lieblingslösung für alle haben wir nicht.
WordPress, Wix, Webflow und Individualentwicklung im Vergleich
| Baukasten | WordPress | Webflow | Individuell | |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg | sehr günstig | günstig bis mittel | mittel | mittel bis hoch |
| Laufend | Abo beim Anbieter | Hosting und Wartung | Abo pro Website | Hosting, meist günstig |
| Gestaltung | eingeschränkt | frei mit eigenem Theme | sehr frei | unbegrenzt |
| Ladezeit | mittel | hängt an Theme und Plugins | gut | sehr gut |
| Wartung | gering | hoch | gering | gering |
| Anbieterbindung | hoch | gering | hoch | gering |
Die Tabelle vereinfacht. Eine schlecht gebaute individuelle Website kann langsamer sein als eine gut gebaute WordPress-Seite. Die Tendenzen entsprechen aber dem, was wir in Projekten sehen.
Wann reicht ein Baukasten wie Wix?
Ein Baukasten ist öfter die richtige Wahl, als Agenturen gern zugeben. Wenn die Website überschaubar ist, sich selten ändert und vor allem informieren soll, reicht Wix mit einem sauber gestalteten Design völlig. Hosting, Sicherheit und Updates übernimmt der Anbieter.
Die Grenzen zeigen sich bei eigenen Funktionen, bei vielen mehrsprachigen Inhalten, bei sehr anspruchsvoller Gestaltung und bei der Ladezeit. Und eine Wix-Website lässt sich nicht zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Ein Wechsel ist ein Neubau.

Für wen eignet sich WordPress?
Laut W3Techs läuft rund 40 Prozent aller Websites mit WordPress, unter den Websites mit erkennbarem CMS sind es fast 60 Prozent. Das System ist ausgereift, für fast jede Funktion gibt es ein Plugin, und viele Agenturen und Freelancer kennen es. Wenn viele Leute Inhalte pflegen, regelmäßig Artikel erscheinen oder ein Shop mit WooCommerce entstehen soll, ist es eine gute Wahl.
Die Plugins sind zugleich die Schwachstelle. Jedes ist fremder Code, der aktualisiert werden muss und angegriffen werden kann. Wer WordPress wählt, plant die Wartung von Anfang an ein. Was die kostet, steht im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?
Was kann Webflow?
Webflow ist ein visuelles Werkzeug für Designer, das sauberen Code erzeugt und ein eigenes CMS mitbringt. Für Marketing-Websites, die ein Designteam selbst weiterbauen will, funktioniert das gut. Gehostet wird beim Anbieter, mit monatlichen Kosten pro Website und denselben Einschränkungen beim Umzug wie bei einem Baukasten. Es ist deutlich weniger verbreitet als WordPress, was die Suche nach jemandem, der es betreuen kann, schwieriger macht.
Wann lohnt sich eine individuell entwickelte Website?
Eine eigene Entwicklung lohnt sich, wenn die Website ein Aushängeschild ist, wenn Animation zur Markenwirkung gehört oder wenn Schnittstellen nötig sind, etwa zu Warenwirtschaft, Maklersoftware oder Buchungssystem.
Unsere eigene Website ist so gebaut: React für die Oberfläche, Sanity als CMS für die Projekte, eigene Animationen und eine serverseitig erzeugte Fassung jeder Seite für Suchmaschinen. Die Inhalte pflegen wir trotzdem ohne Programmierung im CMS.
Drei Vorteile werden oft unterschätzt. Ohne schweres Theme und Plugins lädt eine individuell gebaute Seite meist deutlich schneller. Es gibt keine Plugin-Landschaft, die angegriffen werden kann, weil das CMS getrennt von der Website läuft. Und die Inhalte liegen strukturiert vor, man kann sie später in eine neue Oberfläche oder eine App übernehmen.
Eine Bedingung gibt es: JavaScript-Websites müssen so gebaut sein, dass Crawler den Inhalt auch ohne JavaScript sehen. Warum das für KI-Suchmaschinen so wichtig ist, steht im Artikel Wie man in ChatGPT als Empfehlung auftaucht.

Welches System passt zu meiner Website?
Meistens ergibt sich die Wahl, wenn man ein paar Dinge ehrlich beantwortet. Wer pflegt die Inhalte, und wie oft? Wie wichtig ist es, sich optisch von Mitbewerbern abzuheben? Braucht die Website Funktionen über Information und Kontakt hinaus? Wie viel Budget gibt es für die Erstellung und wie viel jedes Jahr für den Betrieb? Und wie lange soll sie halten?
Wenn ein Shop oder eine Buchung geplant ist, kommt noch das Barrierefreiheitsgesetz dazu.
Häufige Fragen
Ist WordPress noch zeitgemäß?
Für viele Anwendungsfälle ja. WordPress ist ausgereift und weit verbreitet, braucht aber regelmäßige Updates und eine sorgfältige Auswahl von Theme und Plugins, damit die Website schnell und sicher bleibt.
Kann ich von Wix zu WordPress wechseln?
Texte und Bilder lassen sich übernehmen, Design und Struktur nicht. Ein Wechsel von einem Baukasten ist praktisch ein Neubau. Wichtig ist dann, alte Adressen sauber weiterzuleiten.
Kann ich eine individuell entwickelte Website selbst pflegen?
Ja, wenn ein Headless-CMS wie Sanity eingerichtet ist. Dann bearbeiten Sie Texte, Bilder und Projekte in einer übersichtlichen Oberfläche ohne Code. Nur neue Funktionen brauchen die Entwickler.
Mit welchen Systemen arbeitet mowa.studio?
Mit WordPress, Wix, Sanity und individuellen Entwicklungen in React und Next.js. Welches System passt, hängt davon ab, wer die Website pflegt und was sie können muss.