Insights · Technik

Website mit KI erstellen: Was funktioniert und wo es riskant wird

Von mowa.studio · Webdesign, Branding & Animation aus Wien · Veröffentlicht am

Gelber Instant-Becher mit dem Aufdruck Website in 10 Minuten und Nur Wasser hinzufügen auf einem Edelstahltresen

Für eine einfache Informationsseite funktioniert es: beschreiben, generieren lassen, anpassen, veröffentlichen. Riskant wird es, sobald die Website mehr soll als informieren, also Formulare, Kundendaten, einen Login oder einen Shop hat. Und bei allem, was eine KI nicht prüft: ob die Fakten stimmen, wem Texte und Bilder gehören, ob Impressum und Datenschutzerklärung zum österreichischen Recht passen.

Viele Unternehmen bauen sich inzwischen an einem Abend einen ersten Entwurf mit einer KI. Das ist ein guter Anfang, weil man daran sofort sieht, was gefällt und was fehlt. Problematisch wird es, wenn der Entwurf ohne Prüfung online geht.

Welche KI-Werkzeuge gibt es für Websites?

Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

  • KI in Website-Baukästen. Wix, Squarespace, Framer und Webflow erzeugen auf Wunsch einen ersten Entwurf direkt im Baukasten. Hosting, Updates und Sicherheit liegen beim Anbieter. Das ist die Variante mit dem geringsten Risiko, aber auch mit der stärksten Bindung an die Plattform.
  • App-Generatoren. Werkzeuge wie Lovable, Bolt, v0 oder Replit schreiben echten Code, oft samt Datenbank und Login. Man nennt das auch „Vibe Coding“, weil man beschreibt, was man will, ohne den Code selbst zu lesen. Hier ist am meisten möglich und hier passieren die meisten Fehler.
  • Chat-Assistenten. ChatGPT, Claude oder Gemini helfen bei Texten, Strukturen, Code-Schnipseln und Ideen. Eine fertige Website entsteht daraus nur mit Handarbeit.

Was KI beim Website-Bauen gut kann

Erste Entwürfe und Varianten, eine sinnvolle Seitenstruktur, Platzhaltertexte, Übersetzungen, Vorschläge für Alt-Texte, Code für Standardaufgaben. Wer mit einer leeren Seite kämpft, kommt mit KI schneller zu etwas, worüber man reden kann. Wir nutzen sie selbst genau dafür.

Wo es riskant wird

Sicherheitslücken in generierten Anwendungen

Eine KI baut, was funktioniert, nicht unbedingt, was sicher ist. Im Februar 2026 berichtete ein Sicherheitsforscher, dass eine mit Lovable gebaute und vom Anbieter beworbene Anwendung die Daten von rund 18.000 Nutzern offenlegte. Die Ursache waren grundlegende Fehler: fehlende Zugriffsregeln in der Datenbank und eine Anmeldelogik, die genau verkehrt herum prüfte.

Das ist kein Problem eines einzelnen Werkzeugs. Wer eine Anwendung mit Kundendaten generieren lässt, ohne die Zugriffsrechte, die Datenbankregeln und die im Code hinterlegten Schlüssel prüfen zu können, betreibt eine Website, deren Sicherheit er nicht kennt. Die Verantwortung nach der Datenschutz-Grundverordnung liegt trotzdem beim Betreiber.

Texte, die nichts sagen

KI-Texte klingen glatt und sagen wenig. „Maßgeschneiderte Lösungen für Ihren Erfolg“ passt auf jedes Unternehmen und überzeugt deshalb niemanden. Gefährlicher sind erfundene Fakten: Leistungen, die Sie nicht anbieten, Auszeichnungen, die es nicht gibt, Preise, die nicht stimmen. Jede Aussage auf einer KI-Website muss jemand lesen, der das Unternehmen kennt.

Rechte an Texten und Bildern

Das österreichische Urheberrecht schützt Werke, die ein Mensch geschaffen hat. Rein KI-generierte Texte und Bilder sind deshalb nach überwiegender Ansicht nicht geschützt. Sie dürfen sie verwenden, können aber auch niemandem verbieten, sie zu kopieren. Dazu kommt das Risiko, dass ein Bildgenerator fremde Marken, Figuren oder erkennbare Personen nachbildet.

Halb geöffneter Tresor, mit gelb-schwarzem Absperrband umwickelt
Konzeptmockup: Was schnell gebaut ist, ist nicht automatisch dicht.

Pflichtangaben nach dem falschen Recht

KI-generierte Impressen folgen häufig dem deutschen Recht, weil es dazu mehr Texte im Netz gibt. In Österreich gelten das E-Commerce-Gesetz und die Offenlegung nach dem Mediengesetz, mit anderen Angaben. Was genau hineingehört, steht im Artikel Impressum, Datenschutz und Cookies in Österreich. Eine Datenschutzerklärung muss außerdem zu den Diensten passen, die tatsächlich eingebunden sind. Eine generierte Vorlage kennt Ihre Website nicht.

Wer einen KI-Chatbot auf der Website einsetzt, sollte außerdem die Transparenzpflichten des AI Act kennen, die seit 2. August 2026 gelten: Besucher müssen erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen.

Wem die Website gehört

Eine im Baukasten generierte Website lässt sich meist nicht mitnehmen. Wer wechseln will, fängt neu an. Generierter Code gehört Ihnen zwar, aber wenn niemand versteht, wie er funktioniert, ist jede spätere Änderung ein neues Experiment.

Checkliste, bevor eine KI-Website online geht

  • Alle Fakten gelesen und geprüft: Leistungen, Preise, Öffnungszeiten, Referenzen.
  • Impressum und Offenlegung nach österreichischem Recht.
  • Datenschutzerklärung passt zu den tatsächlich eingebundenen Diensten.
  • Für jedes Formular klar, wohin die Daten gehen und wer sie liest.
  • Bei Login oder Datenbank: Zugriffsregeln geprüft, keine Schlüssel im sichtbaren Code.
  • Bildrechte geklärt, keine fremden Marken oder erkennbaren Personen.
  • Auf dem Handy und nur mit der Tastatur getestet.
  • Im Seitenquelltext stehen die Inhalte, nicht nur Skripte. Warum das zählt, steht im Artikel Wie man in ChatGPT als Empfehlung auftaucht.

Wann sich die Kombination lohnt

KI und Agentur schließen sich nicht aus. Ein KI-Entwurf ist ein hervorragendes Briefing: Er zeigt, welche Inhalte Sie für wichtig halten und welche Richtung Ihnen gefällt. Daraus eine Website zu machen, die sicher, rechtlich sauber und unverwechselbar ist, geht schneller als ganz von vorne. Was dabei an Kosten realistisch ist, steht im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?

Häufige Fragen

Darf man eine Website mit KI erstellen?

Ja. Für den Inhalt und die rechtlichen Pflichten haftet aber der Betreiber, egal ob ein Mensch oder eine KI die Website gebaut hat. Impressum, Datenschutzerklärung und alle Aussagen müssen stimmen.

Wie sicher sind Websites aus Lovable, Bolt oder ähnlichen Werkzeugen?

So sicher, wie jemand sie geprüft hat. Bei reinen Informationsseiten ist das Risiko gering. Sobald eine Datenbank, ein Login oder Kundendaten im Spiel sind, sollte jemand mit Erfahrung Zugriffsregeln und Code prüfen, bevor die Anwendung online geht.

Straft Google KI-generierte Texte ab?

Nicht deshalb, weil sie von einer KI stammen. Google bewertet, ob ein Inhalt hilfreich ist. Massenhaft erzeugte Seiten ohne eigenen Mehrwert verstoßen aber gegen die Spam-Richtlinien, egal wie sie entstanden sind.

Übernimmt mowa.studio auch Websites, die mit KI erstellt wurden?

Ja. Wir prüfen Inhalte, Technik und Pflichtangaben und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, ob sich der Entwurf weiterentwickeln lässt oder ein Neuaufbau sinnvoller ist.

Über mowa.studio

mowa.studio ist ein inhabergeführtes Studio für Webdesign, Branding und Animation in Wien, spezialisiert auf 3D im Web mit WebGL und Three.js. Seit 2016 sind über 100 Websites und mehr als 100 Markenidentitäten für Unternehmen im DACH-Raum entstanden, unter anderem für ÖBB, Ärzte am Augarten und Eurea Real Estate. Projekte ansehen

Kostenloses Erstgespräch: [email protected] · +43 660 167 7803